leider nein ...

vielleicht ist es ab und an gar nicht so schlecht, um 01:00 in der nacht bei regen auf schweizer feldwegen unterwegs zu sein.
laufend. mit schmerzenden haxn.

ich habe die 100km von biel nach grade mal 38 davon bei oberramsern beendet.

eine mehr als schräge erfahrung, das ganze.
hatte mich wirklich sehr darauf gefreut und war ziemlich zuversichtlich, dass es gut klappen sollte.
gestern mit dem zug angereist, vor ort war alles schweizerisch tipp-topp, aber auch ein wenig abenteuerlich.

Quelle: 16laufenbiel04.jpg

in einer grossen halle ("turnhalle esplanade") versuchten viele starterInnen vorab noch ein wenig zu schlafen, die rucksäcke wurden dort während des rennens einfach liegen gelassen, je zwei toiletten im haus für weiblein und männlein, militär, da die auch ein rennen im rahmen des bewerbes abhielten, ...

jedenfalls wurde mir die zeit bis 22:00 nicht lang.
10 minuten vor dem start eingereiht und mit ein wenig countdown startete das rennen zuerst mal durch die stadt.

facebook video des veranstalters - ich ziemlich in der mitte vorne

laufen, biel, 100km, bieler tagblatt (application/pdf, 301 KB)

titelseite des bieler tagblatts :-)

freute mich sehr, als ich - wie von ihm angekündigt - wirklich eine berufliche "kundschaft" bei km 3 kurz sah.
die stimmung so im dunklen durch die stadt war recht lässig.
... allerdings tat mir eigenlich fast schon vom start weg mein linkes(!) knie weh. und ab dem kurzen aber ziemlich steilen bergabstück nach port (streckenprofil) dann auch das rechte mit dem beleidigten bzw. gerissenen mensikus.

Quelle: 16laufenbiel06.jpg
startrunde in biel

etwas früh für das geplante vorhaben.
ich hatte zu dem zeitpunkt aber immer wieder eine gruppe von läufern um mich, was etwas ablenkte.
ausserdem lenkten mich die blitze ab, die recht zahlreich den abendhimmel erhellten.
hm ... nix von wegen "regen erst ab 05:00".
bei km 16 wurde es nass und sehr windig.

Quelle: 16laufenbiel07.jpg
da hat es glaube ich grad zu regnen begonnen

mittlerweile war ich auch ziemlich alleine unterwegs.
und musste mir eingestehen, dass ich so keine 100km laufen konnte.
und wollte.

natürlich hat man bei einem langen lauf immer so seine krisen, aber ich war grade mal 25km unterwegs. das laufe ich völlig ohne probleme. laufe ja auch im training einen 40er schneller und ohne versorgung. so aus dem stand.
einen rennen hatte ich ausserdem bisher noch nie abgebrochen.
DNF "nur" nach etappe 2 der 4-trails 2014.

jedenfalls fragte ich mich schon, was ich mitten in der nacht im regen mit schmerzenden haxn irgendwo in der schweiz eigentlich so machte.
machte es sinn?
warum war ich hier?
und ich hatte keine wirkliche antwort.
ausser, dass ich in meinem zustand jetzt definitiv nicht hier sein sollte.

so beschloss ich bei km 56 (ziel der "kurzen" runde) auszusteigen und von dort mit dem shuttle retour zu fahren.

bis ich nach der zweiten zeitnehmung in oberramsern einfach stehen blieb.
sehr schräg. irgendwie war es sonnenklar, dass mein lauftag jetzt beendet sein würde.

ich blieb einfach bei der versorgungsstation stehen und liess es mir schmecken.
dann ging ich ins sanitätszelt und fragte nach den möglichkeiten zur rückkehr nach biel.
perfekt - um 01:15 (also nur 15 minuten später) sollte ein shuttle gehen.
DAS machte irgendwie sinn.

der mich ganz alleine retour brachte.
so viele läufer waren um die zeit noch nicht durch und ich gsd der einzige, der jetzt schon ausstieg.

in biel heiss duschen, umziehen und ein wenig auf dem harten beton liegen.
bis ich beschloss zu versuchen, früher als geplant - und gebucht - nach hause zu fahren.
"sparschiene": d.h. man hat fix einen zug gebucht und darf nur mit diesem fahren.
der nette schweizer zugführer in biel hatte allerdings kein problem damit, mich schon um 06:17 statt um 13:17 nach zürich mitfahren zu lassen.

der ein bisschen weniger nette österreichische zugführer in zürich lachte mich allerdings fast aus und tat so, als läge es nicht in seinem ermessen, ob er mich nun mitnehmen würde, oder nicht.
und auf nachfragen meinte er, der zug (um 06:40!) wäre so voll, dass ich sowieso keinen platz mehr hätte.

daher sitze ich jetzt in der business lounge des züricher hauptbahnhofs und tippe eben ein wenig.
... mal schauen, wie viele züge ich noch warten muss, bis es weiter geht.
spätestens um 14:40 darf ich.
d.h. es gibt inzwischen noch 3 möglichkeiten ...
schau mer mal.

so habe ich vielleicht noch ein wenig zeit, mir die heutige nacht durch den kopf gehen zu lassen.
wenn ich nicht einschlafe. bin ja keine 20 mehr.
HAHA!

Quelle: 16laufenbiel05.jpg

update:
der nächste zugführer um 08:40 war schon so nett.
daher bin ich bereits zu hause.
traum!

laufen biel - aarberg - oberramsern

Quelle: 16gebiel01.jpg

38,2 km - 280 hm - 03:01:27 - 04:45 min/km

jetzt geh ich ausradeln.
ganz locker.
nur durchschnaufen.

update 2:

HAHA! jetzt bin ich die fehlenden 62 km halt noch mit dem radl gefahren.
schlafen wird eh überbewertet.

... und schön geregnet hat es ab minute 60 auch wieder.
überhaupt wettertechnisch skandalös.
bis zirl starken gegenwind, dann retour zwar anfangs natürlich rückenwind, ab sagl allerdings wegen dem regen nicht nur nass, sondern auch wieder gegenwind.
traum!

rennrad moetz - zirl - haiming - apfelstrasse - moetz

Quelle: 16gezirl01.jpg

63,1 km - 120 hm - 02:13:24 - 28,4 km/h

NACHTRAG:
da hier doch recht viele über www.99km.ch herkommen und sich offensichtlich über den 100er informieren wollen:
es geht aus obigem text eh hervor, aber ich möchte nochmals betonen, dass ein start in biel nur sinn macht, wenn man wirklich fit ist. das ist definitiv kein lauf, den man schon mit einer verletzung starten sollte.
ich wurde 2 1/2 wochen später am rechten knie operiert.
ausserdem würde ich - falls es mich doch nochmal dorthin verschlägt - beim ersten mal nicht gleich auf zeit laufen. das war ein zusätzlicher stressfaktor, den ich mir sparen hätte können. ansonsten - haut rein!

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