Mittwoch, 25. April 2018

gekrönter abschluss ...

so läutete die queen am 22.04.2018 um 10:00 das ende meiner "lauf-renn-karriere" ein.
lässiger hätte mein letzter marathon nicht sein können.

...
drehen wir das rad der zeit etwas zurück:
am 1. mai 2016 bin ich noch bei den österreichischen und tiroler meisterschaften im marathon in salzburg neue PB gelaufen.
02:41:14
trotz schmerzen im rechten knie. mir war schon bewusst, dass der meniskus nicht passte.
knapp 2 wochen später hatte ich die ärztliche bestätigung.

trotzdem startete ich noch bei den 100km von biel am 10. juni 2016.
... aber dieses rennen brachte ich schon nicht mehr ins ziel.

bei der anschliessenden OP wurde eine plica gefunden und entfernt.
leider wurde das knie aber nie mehr richtig gut.
das lauftraining musste ich daher ab mitte 2016 um mehr als die hälfte reduzieren. "richtiges" training wie intervalle etc. fand gar nicht mehr statt.

2.510 laufkilometer 1. halbjahr 2015
2.210 laufkilometer 2. halbjahr 2015
2.275 laufkilometer 1. halbjahr 2016 (1.770 bis zum salzburg-marathon)
935 laufkilometer 2. halbjahr 2016
970 laufkilometer 1. halbjahr 2017
1.065 laufkilometer 2. halbjahr 2017
680 laufkilometer 1. halbjahr 2018 (bis zum 20.04.2018 halt g)

so hatte ich mich schon mit der beendigung meiner "renn-karriere" abgefunden. auch wenn ein abgebrochenes rennen natürlich nicht gerade ein glanzvoller abschluss war, so wollte ich noch weniger meinen vorherigen bestzeiten nachlaufen.

wurden es 2017 halt 11.000 radlkilometer ... HAHAHA!
...

diese "nicht-pläne" änderten sich am 19.12.2017:

T R A U M ! ! !
und WAS für ein package das war:
startplatz, flug, 2 nächte im Le Méridien Piccadilly, new balance running outfit.
zur verfügung gestellt von New Balance Switzerland Austria.

je näher der 22.04. kam, desto nervöser wurde ich.
einerseits war es wirklich sehr o.k. für mich, hier nicht mehr auf zeit zu laufen, andererseits rätselte ich halt doch, wie schnell ich laufen sollte.
daher packte ich kurzentschlossen (am vortag noch 100km geradelt, HAHA!) die gelegenheit und startete zwei wochen vorher beim 19. wiener halbmarathon.
und war mehr als überrascht. trotz wirklich brutal starkem wind lief ich den halbmarathon in 01:25:19. (ergebnis pentek-timing)

gut und nicht gut.
so konnte mein ziel für den Virgin Money London Marathon am 22.04. eigentlich nur sub 3 lauten.
dabei wollte ich gar kein ziel.
hm. egal.

flug nach london am 21.04.
aufstehen 04:40 ...

alles perfekt. ich hatte im flieger sogar die einzige reihe, mit einem freien platz in der mitte. haxntechnisch 1A!
von heathrow direkt ins hotel.
wow.

dort dann mit meinen "gewinn-kolleginnen" aus der schweiz, manuela und ursina getroffen und ab auf die marathon-expo. startnummer holen.

am abend gab es ein sehr leckeres buffet im hotel.
nicht zu spät in die heia und alles für den nächsten tag vorbereitet.

fast das coolste an einem marathon ist ja das frühstücken ...


das war natürlich nicht alles. HAHA!

schon der weg zum marathon-start war sehr entspannt.
massen von leuten, aber alle sehr gechillt.
beeindruckend.

ich war im roten startbereich. (der london-marathon wird von drei unterschiedlichen startplätzen aus gestartet, die nach ein paar kilometern zusammengeführt werden. bei über 40.000 startern wirklich notwendig)
soweit ich das mitbekommen hatte, war dieser für läufer sub 3h gedacht, wobei jeder starter bei der anmeldung seine wunschzielzeit, welche für die einteilung relevant war, "freihändig" angeben konnte.

da ich eh mindestens 3h brauchen würde, hatte ich lange zeit mich im schatten aufzuhalten - es war schon mehr als warm - und reihte mich im block 1 ganz hinten ein.

punkt 10:00 startete dann die queen (siehe ganz oben) per videoeinspielung das rennen.
sehr lässig, wie begeistert die briten darüber waren.

es ging also los.
ich war schon etwas überrascht, wie lange es dauerte, bis ich schliesslich zur startlinie kam.
03:34 minuten sind dann schon ziemlich lange.
... sooo viele schnelle alleine im roten startbereich?

konnte nicht sein.
ich war die ersten 10km (und eigentlich das ganze rennen) nur am überholen.
das kostete vor allem am anfang wirklich körner ... und verleitete zu einer eher schnellen pace.
aber erstens hatten wir rückenwind, die stimmung war von anfang an FANTASTISCH und ich genoss einfach die euphorie des renn-laufens.

ziemlich wellig allerdings. hatte ich so nicht erwartet.
da ist hamburg ja flach dagegen.

ich kam ganz gut ins laufen. die organisation an der strecke war auch perfekt. getränke in (kleinen) flaschen!!! nichts mit becher-versuchs-trinken, wo im endeffekt mehr verschütt geht, als getrunken.
und da es der heisseste london-marathon aller zeiten werden sollte, gab es sogar noch zusätzliche labestationen mit wasser.
besser konnte man das gar nicht machen.

gegen die ansteigenden temperaturen, die sonne und den wind liess sich halt einfach nichts machen.

bis zur halbzeit war es ziemlich easy.
überraschend: 01:28:15
insofern mehr als gut unterwegs.

allerdings hatte ich vor der ersten hälfte auch keine angst.
ABER: mit genau 0(!) langen läufen - der halbmarathon zwei wochen vor london war mein längster lauf, HAHAHA! - war klar, dass ich muskulär für einen marathon nicht vorbereitet war.
da gibt es leider keine zauberei.

tower bridge. sensationell.

ab der halbzeit (-> streckenplan, PDF

2018 London Marathon Streckenplan (application/pdf, 249 KB) ) läuft man eine weile einen abschnitt, auf dem man später retour kommt.
und mir wurde ein wenig anders. pralle sonne, leicht bergauf und gegenwind. (retour, dann)
so ca. bei km 35.
T R A U M ! ! !
nicht.

jedenfalls begann ich ein wenig zu grübeln ... und kämpfen.
es wurde nicht leichter.

da hatte ich das eigentliche schlüsselerlebnis des marathons.
genau das, was ich mir gewünscht hatte.
ich liess einfach los.
die zielzeit.
kein auf-die-uhr-schauen. einfach laufen und die stimmung geniessen.
mein puls dankte es mir sofort.
(wobei ich auch vorher nicht wirklich hoch unterwegs war)

ab da war es wirklich ein krönender abschluss.
und so war es auch "egal", dass mich am ende doch nochmal das rennfieber packte.
ein blick auf meine GARMIN fenix 5 zeigte nämlich, dass ich ja vielleicht mit ein wenig tempo doch noch die 3h schaffen könnte.

also gab ich einfach nochmal gas.
aber irgendwie ohne druck. bei der stimmung konnte ich trotzdem jeden meter geniessen.

zum glück. denn ausgegangen ist es sich nicht mehr.
03:00:30
und das ist irgendwie gut so.
hätte nicht anders sein sollen.

schöne zahl übrigens.
wie auch die zahlen meiner platzierungen:

offizielles ergebnis london marathon 2018

die auswertungen dazu sind übrigens sehr interessant und belegen auch die etwas eigenartige anmelde"moral" der teilnehmer bezüglich zielzeit.

auf der ersten hälfte überholte ich 5020(!) läufer und wurde von 4 überholt.

auf der zweiten hälfte überholte ich 1100 läufer und wurde von 15 überholt.
schräg.

der restliche tag war ebenfalls ... super!
zu fuss gleich mal ins hotel und dort eine sensationelle massage.
T R A U M ! ! !

etwas essen und ...

am nächsten tag hatte ich nochmal super zeit, um london zu fuss unsicher zu machen.
ausgehen statt auslaufen.

fazit:
lässiger hätte der abschluss meiner "wettkampf-karriere" nicht sein können.
als gesamte veranstaltung der tollste marathon, den ich erlebt habe.
so war salzburg 2016 - wohl der kleinste - der schnellste und london 2018 - der grösste (ganz knapp vor berlin) - der tollste.

VIELEN DANK new balance switzerland-austria für dieses einmalige erlebnis.
werde ich wirklich nie vergessen.

in diesem sinne ...

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