Samstag, 12. Juli 2014

ehrlich - ja, und?

das hat mich jetzt doch etwas erstaunt. ich habe recht viele rückmeldungen zu meinem gestrigen eintrag zwecks aufgabe bei den 4-trails bekommen.

im tenor durchwegs positiv und sehr häufig mit der information, selbst schon mal schmerzmittel bei einem rennen genommen zu haben. ABER - warum ich mich "trauen" würde, damit so offen umzugehen.

  1. denke ich, dass soetwas ruhig thematisiert werden kann und soll. schmerzmittel hat ja nun wirklich jeder leicht zur hand und die versuchung ist gross, sich damit "weiterzuhelfen".

  2. ist es mir ziemlich egal, was andere über mich denken. wenn mich das beschäftigen würde, dürfte ich den blog überhaupt nicht führen. denn für viele hier mitlesende ist mein sport sowieso verrückt. mein hinweis darauf, dass ich weniger sport betreibe, als jemand vor dem fernseher sitzt, wenn er nur jeden tag von 20:15 - 22:00 tv schaut, sorgt dann immer wieder für verwunderung. ja - man kann seine freizeit halt auf unterschiedliche art verbringen.

ich schweife ab. jedenfalls bleibt der beitrag natürlich online.

heute musste ich meine steifen haxn ein wenig durchbewegen. also rennrad raus und ein bisschen rollen. sobald es halbwegs trocken aussah, los.

gut, dass man im inntal schön flach fahren kann. d.h. nur der wind machte das lockere radln tw. etwas schwieriger.

bis auf einen kurzen nieselregen bei ötztal bahnhof wirklich trocken geblieben. super!

komisch - es war heute schon irgendwie surreal, dass ich noch vor 2 tagen auf dem bergrücken im hintergrund entlang gelaufen bin.

zuerst von mötz zum kreisverkehr ötztaler höhe und anschliessend nach eigenhofen. der ortsteil "platten" taugt mir immer wieder.

jedenfalls hat's spass gemacht. und ich fühlte mich danach nicht mehr so steif. also alles gut.

rennrad moetz - oetztaler hoehe - eigenhofen - moetz

63,6 km - 170 hm - 02:05:46 - 30,3 km/h

heute noch fussball, eh klar. i gfrei mi!

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Freitag, 11. Juli 2014

4 trails: kein finisher shirt morgen

was für eine nacht. ich musste mir meine grösste sportliche enttäuschung bisher eingestehen.

kein rennen für mich heute. und mein erstes DNF überhaupt.

ergebnis 3. etappe 4 trails von imst nach landeck, master men

ja, es waren alle etwas überrascht heute. vor allem meine dame, die um 05:02 folgendes sms bekam: "hi - ruf mich bitte an. ich steig beim rennen aus. wäre fein, wenn du mich holen könntest. aber kein stress, ich bleib gleich im auderer und frühstücke eh noch um 6e, da ich auch dem shuttle bescheid sagen muss. danke! bussi"

kurz später auf facebook: "sehr schwere entscheidung, aber ich bin raus. @4Trails

leider hat mein unterschenkel nicht gehalten. jetzt mal pause."

warum das getöse? ich musste meine entscheidung festschreiben und so unumstösslich machen. dann hatte das hadern ein ende und ich fühlte mich auf eine gewisse art erleichtert.

mein garmin vivofit armband zeigt, was für eine katastrophe die nacht war:

aufzeichnung von 23:00 - 06:00

viel mehr als von 11e bis 1 war nicht drin. dann konnte ich meinen schmerzenden rechten unterschenkel einfach nicht mehr ignorieren und musste eine entscheidung fällen.

die vorgeschichte in kurz(?): ende april - in den letzten trainingstagen vor dem hamburg marathon - begann plötzlich mein rechtes schienbein/wadl zu schmerzen. mit allerlei tricks und physiotherapie konnte ich das soweit in schach halten, dass ich in hamburg starten konnte. gleich danach war erst mal schluss. am 15.05. operation rechter unterschenkel. funktionales kompartmentsyndrom. ... und danach bekam ich das nie wieder richtig in den griff.

die aussicht auf die 4-trails (mein erstes etappenrennen) und anfang august die österreichischen meisterschaften im bergmarathon in der kainach (irgendwie heimat) liessen mich weiterwurschteln. da einen lauftag aussetzen, dort mit gröberen schmerzen eine runde drehen, tempotraining praktisch komplett eingestellt, ... irgendwie ging sich das aus.

positiv stimmte mich allerdings, dass grade die langen trailläufe immer gut klappten. da hatte ich bei weitem am wenigsten probleme. und auch das testrennen beim zugspitz basetrail war vom haxn her sehr o.k.

will man machen.

die erste etappe am MI war dann auch eine super positive überraschung. mit dem masters podest hätte ich nicht gerechnet.

allerdings machte ich mich sofort danach auf ins hotelzimmer, da mir der unterschenkel brutal weh tat. es ist halt doch etwas anderes, ob man einen trainingslauf macht (der basetrail war wohl einfach ein "wunder"), oder mit vollem tempo 2.400hm rauf und runter läuft.

bericht von der 1. etappe der 4-trails 2014 garmisch - ehrwald

eigentlich hätte ich da schon aussteigen müssen. aber ich wollte es einfach nicht wahr haben und war ehrlich gesagt auch wegen der platzierung ziemlich angefixt. so nahm ich am nächsten morgen 2h vor rennstart 2000mg ibuprofen. eine traurige premiere.

ich weiss ja nicht, ob "richtige" läufer darüber lachen würden, oder ob andere mitleser hier nun die hände über den kopf zusammenschlagen und laut "doping" schreien, aber zu dem zeitpunkt hielt ich es irgendwie für vertretbar. wer haut sich nicht aller eine thomapyrin rein, sobald der kopf ein wenig brummt? (ich übrigens nicht)

was mich sehr erstaunte war, wie gut das wirkte. ich war ziemlich schmerzfrei. insofern kam es mir sogar eher zu gute, dass ich mehr schnelle gehpassagen hatte, da der auftritt beim laufen deutlich unangenehmer war.

ob ich ohne die schmerzen schneller gewesen wäre, kann ich gar nicht sagen.

jedenfalls war ich fast "froh", dass ich mit einem 6. tagesrang bei den masters men in der gesamtwertung auf rang 5 zurückfiel. auch wenn der abstand zum podest mit knapp fünf minuten noch halbwegs überschaubar war.

bericht von der 2. etappe der 4-trails 2014 ehrwald - imst

ausserdem bekam ich super ablenkung, da ich mit meiner dame und dem jungen pizza und danach eis essen ging und dem 4-trails-trubel etwas aus dem weg gehen konnte.

trotzdem kam später natürlich das unausweichliche. da keine wunderheilung eingetreten war, sondern sich der unterschenkel noch etwas schlechter anfühlte, musste ich mich entscheiden wie es weitergehen sollte.

und nachdem ich praktisch ab 1 uhr schon munter war, begann ich ab 3 uhr damit, das ganze immer und immer wieder durchzudenken. meine meinung schwankte fast im 15-minuten-takt.

aber unterm strich war es eh klar: so will ich nicht weitermachen. daher um 05:02 das sms an meine dame.

und jetzt? bin ich erst einmal froh, dass ich ausgestiegen bin. mit einigem abstand hätte ich mir wohl nie verziehen, wenn ich das auf biegen und brechen durchgezogen hätte.

jetzt endlich mal (kommt vielleicht wieder, wenn ich eine gscheite diagnose und behandlungsstrategie habe):

  • kein coldpack
  • kein topfen
  • kein tens
  • und vor allem kein laufen mit schmerzen mehr

alle geplanten rennen sind gestrichen. leider eben auch die österreichischen meisterschaften im bergmarathon am 10.08.

ich will das komplett auskurieren und dann wieder mit spass bei der sache sein.

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